Chronik

Gegründet wurde die Segelfliegergruppe erstmals im Jahre 1933 durch Stadtbaumeister Franz Xaver Maier mit Adolf Gröber und Willy Hammer. Oberfeldmeister Zimmermann brachte einen Schulgleiter ein. 1934 stieß Karl Strang dazu  und baute eine Grunau 9, ein Übungsflugzeug, welches wegen der ungünstigen Sitzposition des Piloten auch als „Schädelspalter“ bezeichnet wurde. Im selben Jahr erbaute die Stadt Riedlingen mit Hilfe des Reichsarbeitsdienstes (RAD) den Fliegerhorst (spätere Lackfabrik Reuter, heute Gebrüder Waldner GmbH). 1937 wurde die Gruppe in das NSFK Fliegerkorps eingegliedert. Karl Strang wurde hauptamtlicher Werkstattleiter und baute mit  Josef Bertsch zusammen in 8000 Werkstattstunden das Grunau Baby II a, das er selbst einflog. Das Kriegsende brachte auch das Ende der Fliegergruppe, aber der Fliegergeist in den Köpfen der Riedlinger Flieger lebte weiter. Die Fliegergruppe war nur zum Schein erloschen und nutzte die erstbeste Gelegenheit zur Wiedergeburt. 1950 wurde von dreizehn Interessenten eine noch geheime „Interessengemeinschaft für Segelflug“ unter Dr. Eugen Steidle gegründet.

Nach der Freigabe des Segelflugs durch die Alliierten versammelten sich am 7. Oktober 1950  46 Personen in Riedlingen zur Neugründung einer Segelfliegergruppe. Vorstand blieb Dr. Steidle, Schriftführer wurde Franz Ziegler,  Kassier Fritz Seeger, der dieses Amt bis 1973 ausübte.

Unterdessen war der Fliegerhorst in Privatbesitz übergegangen. Die Segelflieger bauten in der Maurerlehrwerkstatt im Unterried aus heimlich geretteten Überresten einen Schulgleiter „SG 38“ mit dem alle hiesigen „Alten Hasen“ fliegen lernten. Es war ein Balkengestell mit Tragflächen, das gleichsam auf den Buckel geschnallt und mit einem dicken Gummiseil in die Luft katapultiert  wurde. „Hilf dir selbst“ war damals die Devise, und es ist sicherlich der ausgesprochenen Gutmütigkeit dieses Gleiters zuzuschreiben, dass nichts Ernsthaftes beim Flugbetrieb, geleitet von Hauptlehrer Joachim Selchow, passierte. Geschult wurde in Langenenslingen, in Biberach, in Schlechtenfeld, in Mengen und auf dem Klippeneck.

Manche, denen der damalige Flugbetrieb zu beschwerlich und die Arbeit in der Werkstatt zuwider war, gaben nach und nach auf, nur der Stamm der Unentwegten hielt lange Jahre noch zur Stange, ergänzt durch neue Mitglieder, Idealisten wie sie. An die Stelle des Schulgleiters trat bald ein Schulungsdoppelsitzer, an die Stelle des Gummiseilstarts der Start mit der Seilwinde. Die Gruppe baute und erwarb Leistungsflugzeuge und kam endlich auch zu einem eigenen betriebssicheren Flugplatz, an dessen Rand sie in eigener Arbeit die Fliegerhalle mit Werkstatt und Fliegerstüble erstellte. Heute besitzt sie an Fluggerät zwei einsitzige Leistungssegelflugzeuge, ein kunstflugtaugliches,  doppelsitziges Schulungssegelflugzeug, eine Startwinde, zwei Motorsegler und ein viersitziges Motorflugzeug.